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Espresso zubereiten: So gelingt der kleine Schwarze!

 Espresso zubereiten: So gelingt der kleine Schwarze!

Wer schon einmal in Italien war, weiß, dass dort selbst an jeder Autobahnraststätte der perfekte Espresso serviert wird. Doch auch zuhause möchten viele auf diesen Kaffeegenuss nicht verzichten – sei es zum Wachwerden am Morgen, zwischendurch gegen das Mittagstief oder als genießerischer Abschluss einer Mahlzeit. Deshalb teilen wir heute die wichtigsten Tipps & Tricks zur richtigen Espresso-Zubereitung mit dir!

Was macht einen Espresso überhaupt aus?

Auch wenn der Espresso in Italien schlichtweg unter dem einfach Namen Caffé bekannt ist, unterscheidet er sich von dem in Deutschland üblichen „normalen“ Kaffee. So handelt es sich um einen starken, tiefschwarzen Kaffee, der aus kleinen Tassen getrunken wird.

Dazu wird heißes Wasser unter hohem Druck durch sehr fein gemahlene Kaffeebohnen gepresst. Das italienische Nationalinstitut für Espresso (ja, das gibt es!) hat diese Angaben sogar ziemlich konkret festgehalten: 20 – 30 Milliliter Wasser in einer Temperatur zwischen 86 und 90°C, ein Druck von 8 – 10 bar und etwa 6,5 – 7,5 Gramm Kaffeepulver. Der Brühvorgang sollte dabei maximal 20 bis 30 Sekunden dauern.

Für den optimalen Espressogeschmack verwendest du spezielle Espressobohnen. Diese werden länger als gewöhnliche Kaffeebohnen geröstet, wodurch sie eine dunkelbraune Farbe erhalten. Außerdem erkennst du sie an ihrer glänzenden Oberfläche (nicht zu vergleichen mit einem polierten Apfel), da während des längeren Röstverfahrens mehr Kaffeeöle aus der Bohne lösen. Dadurch verlieren Espressobohnen auch an Säure, was den Espresso bekömmlicher für den Magen macht.

Jedoch besitzt ein Espresso mehr Koffein als beispielsweise ein Filterkaffee: Auf 100 ml sind es ganze 100 bis 120 mg. Beim Filterkaffee sind es 80 mg Koffein auf 100 ml. Da Espresso aber in deutlich geringeren Mengen getrunken wird, relativiert sich diese Aussage wieder.

Worauf es bei der Zubereitung von Espresso ankommt

Um dir und deinen Gästen den perfekten Espresso servieren zu können, solltest du vor und während der Zubereitung einige Punkte beachten:

Die Bohnen: Einen riesigen Einfluss auf den Geschmack haben selbstverständlich die gewählten Espressobohnen. Verwende möglichst frische Bohnen (max. 3 Monate nach dem Röstdatum), um keine Einbußen beim Aroma in Kauf zu nehmen. Wir empfehlen außerdem Bio-Espressobohnen, weil diese nicht nur einen nachhaltigen Kaffeebohnenanbau fördern, sondern dank schonender Herstellung und fehlenden Zusatzstoffen auch besser schmecken.

Der Mahlgrad: Da die Kontaktzeit von Wasser und Kaffeepulver bei der Espresso-Zubereitung sehr kurz ist, solltest du die Bohnen besonders fein mahlen. Für die Siebträgermaschine empfiehlt sich eine Konsistenz wie Mehl, für den Espressokocher darf die Konsistenz feinem Zucker oder Sand ähneln. Am besten mahlst du die Bohnen erst direkt vor der Nutzung, da sie so die größte Frische und Aromavielfalt aufweisen.

Das Wasser: Bestenfalls ist das Wasser nicht kälter als 86 °C und nicht wärmer als 90 °C. Achte zudem auf einen geringen Kalkgehalt. Filter das Wasser im Zweifel vor der Zubereitung, da sich der Kalk sonst negativ auf dein Geschmackserlebnis auswirken kann.

Die Tasse: Eine Espressotasse hat in der Regel ein Fassungsvermögen von 40 ml und ist dickwandiger als andere Tassen. Dadurch kühlt der Espresso nicht so schnell aus. Traditionell wärmst du die Tassen zusätzlich vor Gebrauch vor – so bleibt auch die Crema länger erhalten.

Die Zeit: Anders als fälschlicherweise oft angenommen, hat der Name Espresso nichts mit „Express“ zu tun! Lass dir daher Zeit bei der Zubereitung – Geduld und Ruhe spiegeln sich am Ende im Kaffeegenuss wider.

Wie gut dir dein Espresso gelungen ist, erkennst du sowohl am Geschmack als auch am Aussehen des Kaffees. So besitzt er ein ausgewogenes Aroma, das langanhaltend auf dem Gaumen bleibt. Auf dem Kaffee ist eine 3 – 4 mm dicke, haselnussbraune Cremeschicht (Crema genannt). Diese schützt den Espresso, sollte etwa 3 bis 4 Minuten halten und mit dem Löffel wieder verschließbar sein.

Anleitung für den perfekten Espresso

Optimal für die Zubereitung von Espresso ist eine klassische Siebträgermaschine. Diese ist leider meist recht kostspielig, wobei es mittlerweile auch schon gute, preiswerte Modelle gibt. Eine gute Alternative für den kleinen Geldbeutel ist ansonsten der traditionelle Espressokocher – wobei dieser eine kleine Mogelpackung ist, denn ein Druck von mindestens 8 Bar ist mit einem Bialetti-Kännchen überhaupt nicht zu erreichen.

Zubereitung mit der Siebträgermaschine

Bevor du mit den folgenden Schritten anfängst, fülle heißes Wasser in deine Espressotasse, um diese gut vorzuwärmen. Reinige außerdem gründlich deine Siebträgermaschine und befreie sie von alten Kaffeerückständen, Ölen und Fetten. Anschließend befolge diese Schritte:

 

1. Fülle den Siebträger bis zum Ansatz. Diese Dosierung sollte etwa 6,5 bis 7,5 g Kaffeemehl  

entsprechen.

2. Streiche das maximal leicht gehäufte Pulver mit dem Zeigefinger glatt.

3. Jetzt kommt der Kaffeestopfer zum Einsatz: Mit diesem drückst du das Pulver zusammen und sorgst für eine Dichte, die dem Wasserdruck standhalten wird. Dieser Vorgang nennt sich Tampern.

4. Nachdem du aus Reinigungszwecken heißes Wasser durch den Brühkopf laufen lassen hast, hängst du nun den befüllten Siebträger ein und stellst die vorgewärmte Tasse unter den Ausguss.

5. Drücke die entsprechende Taste, um den Wasserdurchlauf zu starten. Nach etwa 25 bis 30 Sekunden stellst du ihn wieder ab – spätestens, wenn der Strahl hell und wässrig wird.

Voilá, dein Espresso ist fertig!

Je nach Gusto: Verschiedene Espresso-Variationen

Neben dem einfachen, als Single Shot bekannten Espresso gibt es noch einige andere Varianten, die für Abwechslung sorgen. Teils werden einige Faktoren in der Zubereitung angepasst, teils Milch oder andere Produkte zugegeben. Die bekanntesten Espresso-Spezialitäten stellen wir dir hier kurz vor:

Ristretto: Für einen Ristretto verwendest du nur die Hälfte der üblichen Wassermenge. So wird er dickflüssiger und hat einen intensiveren Geschmack. Ein Ristretto ist auch als Corto bekannt.

Doppio: Ein Doppio ist ein doppelter Espresso, also die doppelte Wassermenge auf die doppelte Espressopulvermenge.

Lungo: Ein Lungo ist ein verlängerter Espresso. Du nimmst die doppelte Wassermenge auf dieselbe Menge Espressopulver. Nicht zu verwechseln ist der Lungo mit dem Americano – bei diesem wird dem fertigen Espresso heißes Wasser hinzugefügt, um ihn zu verlängern.

Macchiato: Für einen Macchiato gibst du einen Schluck Milch oder etwas Milchschaum auf den Espresso.

Corretto: Espresso mit Schuss – denn hier kommt ein Schluck Grappa hinzu.

Wie fast immer, wenn es um Genuss geht, kommt es natürlich auch beim Espresso sehr auf den eigenen Geschmack an – und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Der eine mag es dickflüssig und kräftig, der andere etwas milder und schwächer.

Letztendlich solltest du verschiedene Mengenangaben und Zubereitungsweisen ausprobieren, um den für dich persönlich perfekten Espresso zu kreieren. All unsere obigen Tipps und Angaben dienen dir als Richtlinien, können aber je nach Belieben von dir angepasst werden!

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