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Kaffee und seine Geschichte in Deutschland – Teil 1

Heute soll es um die Geschichte unseres geliebten Heißgetränks gehen, jedoch nicht um die Geschichte des Kaffees auf internationaler Ebene, sondern hierzulande auf deutschem Boden. Denn was viele nicht wissen: der Ursprung des Kaffees liegt nicht in Europa, sondern in den Weiten des Orients und bis das braune Wunder erstmals den Weg in unsere Tassen fand, legte es eine beachtliche Reise quer über den Planeten hin. Der Ursprungsgeschichte und Entdeckung des Kaffees widmen wir uns jedoch in einem der nächsten Blogs. Nun soll es erst einmal um die Geburtsstunde des Kaffees hierzulande und um dessen Weg bis heutzutage an die Spitze der beliebtesten Getränke der Deutschen gehen. Kaffee ist nämlich so beliebt, dass Kaffeebohnen aktuell als der Rohstoff gelten, mit dem weltweit am meisten gehandelt wird, so werden jährlich 100 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

 

Die Kaffeebohne – ein Geschenk des Orients

Erstmals nach Europa, gelang der Kaffee Historikern zufolge an den Anfängen des 17. Jahrhunderts. Verantwortlich dafür waren Kaufleute auf Venezien, die die Kaffeebohnen aus den Weiten des Orients einschifften. Schnell begeisterte die neue Innovation besonders die oberen gesellschaftlichen Schichten in großen europäischen Städten wie Wien, Paris oder London. Anders als es heutzutage, handelte es sich beim Kaffee um einen äußerst seltenen und sehr kostbaren Rohstoff, weshalb er sich schnell zu einem Luxusgut entwickelte, das vorrangig den Wohlhabenden Oberschichten vorenthalten war. Kaffee stellte eine willkommene Abwechslung zu den bis dahin bekannten Hauptgenussmitteln Wein und Tee dar. Besonders seine aromatische Note, die Wirkung des Koffeins und der bis dahin unbekannte Geschmack der Kaffeebohnen überzeugte so sehr, dass die Kaffeebohne einige Jahre später ihren Weg nach Deutschland fand. Dabei spielten besonders sogenannte „Kaffeehäuser“ eine entscheidende und zentrale Rolle in der Verbreitung des Kaffees. Deutsche Gastronomen folgten dem Beispiel aus Wien aus dem Jahre 1685 und eröffneten zum Ende des 17. Jahrhunderts die ersten Kaffeehäuser in Nürnberg, Leipzig, Regensburg und Hamburg. Besonders das Leipziger Kaffeehaus „Coffe Baum“ erlangte schnell Bekanntheit und existiert noch heute, jedoch in Form eines Museums, dazu aber später mehr. Die Kaffeehäuser entwickelten sich mit der Zeit zu Treffpunkten für Privatpersonen, aber auch bestimmte Szenen, wie beispielsweise Künstler und Schauspieler fanden sich immer öfter in entsprechenden Kaffeehäusern zusammen, um Neuigkeiten über die neusten Geschehnisse auszutauschen. Neben den bis zu dem Zeitpunkt bekannten Kneipen und Bars boten die Kaffeehäuser eine gern gesehene Alternative.

Der Aufstieg der Bohne

Die stark und stetig wachsende Beliebtheit des neuen Rohstoffes Kaffee führte mit der Zeit jedoch auch dazu, dass immer mehr Geschäftsmänner und Unternehmer den Wert der neu entstandenen Branche erkannten. Im Zuge der Kolonialisierung beanspruchten Europäer, unter anderem Deutsche, riesige Gebiete in Afrika und Südamerika. Der Anbau von Kaffee wurde durch die deutschen Besetzer stark reglementiert, um die hohe Nachfrage in Deutschland erfüllen zu können. So entstanden bereits wenige Jahre nach der Etablierung der Kaffeehäuser die ersten deutschen eigenen Kaffeeplantagen. Schnell fiel jedoch auf, dass die Bohnen im Ursprungsland und unter klimatischen Bestbedingungen deutlich schneller reifen und zu besseren Ergebnissen in Form von leckererem und beliebterem Kaffee führten. Daher verlegten viele Unternehmer ihre Plantagen erneut in die besetzten Ursprungsländer, dort wurden die Pflanzen und Bohnen wachsen gelassen, geerntet und anschließend nach Deutschland verschifft, um die hohe Nachfrage der Konsumenten zu decken.

 

 

Thema  „Die „Kaffeeschnüffler“ – auf den Spuren des braunen Wunders“ und weitere interessante Themen, folgen bald in unserem nächsten Blogartikel „Kaffee und seine Geschichte in Deutschland -Teil 2“