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Kaffee und seine Geschichte in Deutschland – Teil 2

Die „Kaffeeschnüffler“ – auf den Spuren des braunen Wunders

Den hohen Wert von Kaffee erkannten auch Herrscher und damalige Monarchen in Europa. Friedrich der Große war einer dieser Herrscher und führte zu seiner Herrschaftszeit unter anderem strenge Reglementierungen und Richtlinien für den Import und Handel von Kaffee ein, eine Form der Kaffeesteuer fand erstmals Verwendung. Weitaus unbekannter dürfte heutzutage der damals existierende und auf den ersten Blick scherzhaft wirkende Beruf des „Kaffeeschnüfflers“ sein. Was sich anhört wie ein Scherz war jedoch Alltag für einige Arbeiter. Der Beruf des Kaffeeschnüfflers bestand darin, private Röstereien und Bürger aufzuspüren, die gegen die damalige Gesetzeslage verstießen, indem sie privat und ohne staatliche Erlaubnis Kaffee rösteten und verkauften. Dies taten sie, indem sie in regelmäßig organisierten Patrouillen durch die Straßen zogen und per Geruch mögliche Spuren von Kaffee verfolgten und diesen nachgingen. Begegneten sie dem Geruch von Kaffee, so verfolgten sie diesen bis zur vermeintlichen illegalen Rösterei, um diese im Anschluss zu durchsuchen und zu schließen. Grund für dieses private Röstverbot war der ebenfalls von Friedrich dem Großen eingeführten sogenannten „Brennzwang“, was bedeutete, dass lediglich staatlichen Röstereien zustanden, Kaffee zu rösten.

 

Kaffee als Überwinder des Klassensystems

Jahrzehnte später zu Beginn des Zeitalters der Industrialisierung verbreitete sich das Getränk auch innerhalb der allgemeinen Bevölkerung. Die industrielle Revolution sowie neue liberale Wirtschaftsgrundsätze und -abkommen, vereinfachten nicht nur den internationalen Handel von Kaffeebohnen, sondern ermöglichten auch die Verarbeitung und Herstellung in einem größeren Rahmen. Röstereien wurden ausgebaut, Röst- und Mahlmaschinen weiterentwickelt und effektiver und Plantagen wurden immer größer. Während obere Klassen weiterhin Augenmerk auf Kaffee als alternatives Genussmittel legten, schätzte besonders die Arbeiterklasse den aufputschenden Effekt des Koffeins, da dieser ihnen half, besser durch ihren täglichen, langen Arbeitstag zu gelangen, welcher häufig bis zu 18 Stunden täglich dauerte und von harter Arbeit unter schlechten Bedingungen geprägt war. Da häufig jedoch keine finanziellen Mittel vorhanden waren, um hochwertigen und reinen Kaffee in Mengen zu genießen, wurden Arbeiter kreativ und entwickelten unter anderem eine Art Kaffeesuppe, in der der Kaffee mit Milch oder Wasser verdünnt und mit Butter vermischt wurde, um die Suppe anschließend mit einem Stück Brot zu genießen.

„Coffe Baum“ – das älteste Kaffeehaus Deutschlands

Leipzig, eine Stadt die insbesondere in Bezug auf die deutsche Kaffeegeschichte eine wahre Besonderheit beinhält. Die Rede ist vom ältesten Kaffeehaus Deutschlands, dem sogenannten „Coffe Baum“. Dieses befindet sich inmitten der Altstadt Leipzigs und wird seit 1711 betrieben. Das Gebäude steht mittlerweile unter Denkmalschutz und zählt zu Europas ältesten Kaffeehäusern. Bekannt wurde es unter anderem durch mehrfachen Besuch prominenter Persönlichkeiten wie Komponist Robert Schumann oder Schriftsteller Johann Christoph Gottsched. Ihre damaligen Stammplätze sind noch heute unverändert erhalten und ausgeschildert.

Der Name des Kaffeehauses bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie Kaffeebaum, womit eine direkte Parallele zu unserer Kaffeerösterei besteht, die allerdings im Herzen von Hannover liegt. Diese Parallele spiegelt sich auch in unserer Unternehmensphilosophie wider, das Kaffee Baum®-Team achtet demnach besonders stark auf die Qualität und das Geschmackserlebnis während des Kaffeegenusses, wobei jedoch stets die Nachhaltigkeit beachtet wird. Auch wir schätzen die Kaffee Tradition und bewahren die Grundprinzipien der Kaffeerösterei und setzen auf eine enkelgerechte und schadstofffreie Produktion, die das beste aus der Bohne herausholt, um das optimale Geschmacks- und Genusserlebnis zu bieten.

Heutzutage fungiert „Coffe Baum“ als Museum der Kaffeegeschichte. Im Rahmen von Rundgängen und Exkursionen durch das Gebäude, wird Besuchern die Geschichte der Kaffeebohne und ihres Weges bis nach Deutschland näher erklärt. Neben Ausstellungen alter Kaffeemühlen, Röstutensilien und Kaffeezubereitungsgefäße, gibt es die Möglichkeit, kleinere Dokumentarfilme anzuschauen und vor Ort Kaffee zu kosten. Dabei umfasst das Kaffeehaus 15 Innenräume und einen Innenhof und besticht insbesondere durch seine historisch eindrucksvolle Architektur. Über insgesamt drei Etagen sind verschiedenste Objekte aus mehr als 300-jähriger sächsischer Kaffeekulturgeschichte ausgestellt. Besucher müssen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch etwas gedulden, denn das Kaffeehaus „Coffe Baum“ wird aktuell saniert.

 

In unserer nächsten neuen Blogserie werden wir auf die Bewertungskriterien der Kaffeewelt eingehen, wie z.B. SCA Coffee Standarts und Coffee-Cupping.

Euer Kaffee Baum® Team